Willkommene Auszeit vom Schulalltag beim „Solarcamp Darmstadt – Praxis, Qualifizierung und Energiewende“
Dieburg | Seit dem 01.01.2026 wird im Rahmen des Förderprogramms „Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen“ des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales das Förderangebot „SchAu 26/27“ (Schutzschirm für Ausbildungssuchende) in Dieburg weiterhin durchgeführt. Die Zuwendung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+), in einer Förderhöhe von bis zu 440.082€ und aus Landesmitteln in einer Höhe von bis zu 351.000€.
Sieben Teilnehmende unseres Bildungsprojekts nahmen vom 31. August bis 4. September 2026 am Solarcamp Darmstadt auf dem Gelände des Jugendhofs „Bessunger Forst“ teil. Eine Woche lang erhielten sie die Möglichkeit, praktische Erfahrungen im Bereich Photovoltaik zu sammeln und gleichzeitig ein zukunftsorientiertes Berufsfeld kennenzulernen. Im Mittelpunkt stand die Verbindung von Theorie und praktischer Arbeit. Gemeinsam bauten und deckten die Teilnehmenden Dächer, montierten Photovoltaik-Module sowie die dazugehörigen Unterkonstruktionen und beschäftigten sich mit technischen Grundlagen rund um die Photovoltaik. Auch der sichere und fachgerechte Umgang mit Werkzeugen, Materialien und Bauteilen war ein wichtiger Bestandteil der Woche. Ein weiterer Baustein des Solarcamps war eine elektrotechnische Unterweisung. Nach erfolgreicher Prüfung bestand für die Teilnehmenden die Möglichkeit, hierfür ein Zertifikat als Photovoltaik-Hilfskraft zu erhalten. Das Camp bot somit nicht nur Gelegenheit zum praktischen Ausprobieren, sondern vermittelte gleichzeitig Kenntnisse und Qualifikationen, die für die weitere berufliche Orientierung von Bedeutung sein können.
Für unsere Teilnehmenden stellte das Solarcamp eine wertvolle Ergänzung zum regulären Unterricht dar. Sie konnten ihre handwerklichen und technischen Fähigkeiten erproben, neue Stärken und Interessen entdecken und Einblicke in Tätigkeitsfelder rund um Photovoltaik, Handwerk und erneuerbare Energien gewinnen. Gerade für junge Menschen, die sich beruflich noch orientieren, sind praktische Erfahrungen wichtig. Neben der fachlichen Qualifizierung spielte auch das gemeinsame Miteinander eine wichtige Rolle. Die Woche erforderte Teamarbeit, Zuverlässigkeit, Eigenverantwortung und gegenseitige Unterstützung – gleichzeitig kam aber auch der Spaß nicht zu kurz. Ein Teilnehmer fasste seine Erfahrung besonders treffend zusammen: „Für mich hat sich das Solarcamp nicht wie Arbeit, sondern eher wie Urlaub angefühlt. Nach den gemeinsamen Arbeitseinsätzen und dem Abendessen saßen wir abends noch lange am Lagerfeuer zusammen, hörten Musik, tanzten und verbrachten gemeinsam eine gute Zeit.“
Die Möglichkeit, neue junge Leute kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen, wurde von unseren Teilnehmenden besonders positiv hervorgehoben. Ein weiterer Teilnehmer berichtete, dass ihm gerade dieser Austausch sehr gut gefallen habe. Zum Solarcamp kamen Menschen aus unterschiedlichen Regionen zusammen - einige waren sogar aus der Schweiz angereist. So entstanden neben den praktischen Erfahrungen auch neue Begegnungen und Kontakte über die eigene Gruppe hinaus.
Mit dem Ende des Solarcamps soll die praktische Erprobung jedoch nicht abgeschlossen sein. Im Anschluss absolvierten 2 Teilnehmende noch drei- bis fünftägige Kurzpraktika in Betrieben. Dort erhielten sie die Möglichkeit, ihre im Camp gesammelten Erfahrungen auf realen Baustellen zu vertiefen und einen authentischen Einblick in den betrieblichen Arbeitsalltag im Dachdeckerhandwerk unmittelbar kennenlernen. Diese Probearbeiten fanden mit Blick auf eine mögliche Ausbildung im Dachdeckerbereich statt. Damit zeigte sich konkret, wie aus der praktischen Erprobung und den im Solarcamp geknüpften Kontakten erste berufliche Chancen entstehen können. Wir freuen uns, dass unsere Teilnehmenden diese Möglichkeit genutzt und sich auf eine intensive Woche voller neuer fachlicher und persönlicher Erfahrungen eingelassen haben.
Damit solche Angebote auch zukünftig stattfinden und weiteren jungen Menschen praktische Einblicke in Berufe der Energie- und Wärmewende ermöglichen können, ist das bundesweite Netzwerk „Solarcamp for Future“ auf Unterstützung angewiesen. Neben den Solarcamps organisiert das Netzwerk auch Workshops an Schulen, bei denen Jugendliche praxisnah verschiedene Berufsfelder kennenlernen können. Die Veranstalter freuen sich daher über Spenden, die dazu beitragen, weitere Solarcamps und Bildungsangebote fürjunge Menschen zu ermöglichen. Wer sich darüber hinaus aktiv einbringen möchte, kann sich in einer der Lokalgruppen oder im zentralen Organisationsteam des Netzwerks engagieren.
