Traumberuf trotz Sprachbarriere

Michelstadt | „Ohne euch hätte ich das nie geschafft“, freut sich Chasan Giasar Akman Ogloiu. Die Freude ist dem strahlenden 20Jährigen deutlich anzusehen. Eigens kommt er nochmal beim Michelstädter Standort des Bildungswerkes der Hessischen Wirtschaft (BWHW) vorbei um sich für die Hilfe und Unterstützung, die ihn drei Jahre lang in seiner Ausbildung begleitet haben, zu bedanken.  Jetzt hat er es - gleich beim ersten Anlauf - geschafft, sich seinen Traum zu erfüllen: er hat die Gesellenprüfung zum Friseur erfolgreich abgeschlossen.

Ausgebildet wurde er im Friseursalon Rudolph mit zwei Filialen, dem Kerngeschäft in Lützel-Wiebelsbach und dem Standort Neustadt. Viel Unterstützung hat er auch von seiner Chefin, der Saloninhaberin und Friseurmeisterin Carmen Rudolph, erfahren. Sie weiß genau, mit wie viel Begeisterung und Engagement ihr ehemaliger Auszubildender seine Liebe zum Friseurberuf auslebt. Dass er auch nach der Ausbildung bleiben kann, ist selbstverständlich. Besonders punktet er als Friseur, und das bereits schon in der Ausbildung, bei Langhaar-Steckfrisuren, da beweist er besonders viel Kreativität und Geschick. Somit ist er als Friseur für besondere Anlässe gerne gefragt. Aber auch alltäglichere Aufgaben wie Herren-, Damen- und Kinderschnitte, Färben, Wasser- und Dauerwellen, Pflege und Make-up erledigt er heute gerne wie bestens. In der beruflichen Praxis hatte er schön während der Ausbildung gegebenes Talent und schnelles Lernen bewiesen. Schwieriger wurde es allerdings in der Berufsschule, denn es fehlte ihm an der deutschen Sprache. Insbesondere am Sprachgebrauch, der über die Alltagssprache hinaus geht: Klassenarbeiten, Prüfungsfragen, Texte mit komplexen Inhalten, Fachbegriffe aus der Chemie, der Human-Biologie für Haut, Haare und Gesundheitsschutz sowie Kosmetik.

 

gesellenpruefung friseur 4

 

Chasan stammt aus dem Norden Griechenlands, nahe der Stadt Thessaloniki, als sogenannter „Türkisch-Grieche“ ist er zweisprachig aufgewachsen und spricht türkisch wie griechisch. Als er nach Deutschland kam war die Schulzeit fast beendet, somit hat er erst spät Deutsch lernen können. Aber er hat schnell gelernt, im alltäglichen Sprachgebrauch klappt es bestens, auch lassen sich „Odenwälder Einflüsse“ aus dem Friseuralltag nicht verleugnen.

Alles, was er für die Berufsschule und insbesondere die Prüfung brauchte, hat er sich mit Unterstützung aus dem BWHW angeeignet. Mit großem persönlichem Engagement, neben Ausbildungsbetrieb und Berufsschule besuchte er zweimal wöchentlich das BWHW jeweils für zwei Vollzeitstunden, einmal zum Fachunterricht mit einer Friseurmeisterin, einmal für Deutsch im Beruf. Ein Engagement, dass sich gelohnt hat, weiß er heute.

 

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