PUSCH-Klassen beim LUCAS-Filmfestival
Geschichte Verstehen, Zukunft gestalten
Eppstein/Wiesbaden
Am 23. September 2026 besuchten die beiden PUSCH-Klassen der Freiherr-vom-Stein-Schule in Eppstein gemeinsam mit anderen Schulklassen aus der Region das Kino Apollo in Wiesbaden. Unter dem Titel „Geschichte verstehen, Zukunft gestalten“ erwartete die Jugendlichen ein Filmprogramm, das einen Bogen von der deutschen Geschichte bis in die Gegenwart spannte.
Eindringlich und beklemmend
Den Anfang machte ein 13-minütiger Stummfilm „Wahlkampf 1932 - Letzte Wahl“. Diese historischen Bilder führten uns in die Zeit zurück, in der die Demokratie in Deutschland vor einem entscheidenden Wendepunkt stand. Noch eindringlicher und auch beklemmender wurde es mit dem Dokumentarfilm „Nacht und Nebel“ des französischen Regisseurs Alain Resnais. Der Film beschäftigte sich mit den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern und konfrontierte die Jugendlichen mit einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte.
Von der Geschichte in die Gegenwart
Wie schnell autoritäres Denken auch heute noch in einer Gemeinschaft entstehen kann, zeigte anschließend der deutsche Spielfilm „Die Welle“ von Dennis Gansel. Im Mittelpunkt steht ein Schulexperiment, dass zunehmend außer Kontrolle gerät. Gerade der vertraute Schauplatz Schule macht das Thema für die Jugendlichen besonders greifbar und warf die Frage auf, wie schnell aus Zugehörigkeit Gruppendruck entsteht und aus Gemeinschaft Ausgrenzung werden kann.
Lebhafte Diskussion
Die Schüler*innen schauten jedoch nicht nur zu. Der Filmhistoriker und Dozent an der Filmuniversität Babelsberg Dr. Fabian Schmidt sowie der Bildungsreferent Herr Jakob Hoffmann aus Frankfurt führten die Jugendlichen durch das Programm, ordneten die Filme ein und kamen mit den ihnen ins Gespräch. Nach jeder Vorführung gab es Zeit für Fragen, Gedanken und Diskussionen. Dass die Filme etwas ausgelöst hatten, war deutlich zu spüren. Die Schüler*innen der PUSCH-Klassen beteiligten sich aktiv und brachten ihre eigenen Sichtweisen ein. Für einige war der Austausch auch nach dem offiziellen Ende noch nicht vorbei. Sie blieben mit den beiden Referenten im Gespräch, stellten weitere Fragen und zeigten sich von der Veranstaltung beeindruckt.
Ein Kinobesuch der anderen Art, der nachwirkt
Für die Klassen PUSCH 8 und PUSCH 9 war der Tag deshalb mehr als eine Filmvorführung außerhalb des Klassenzimmers. Die Verbindung aus historischen Bildern, einem aktuellen Bezug und gemeinsamen Gesprächen macht Geschichte auf eine besondere Weise erfahrbar. Der Besuch beim LUCAS Filmfestival wurde so zu einem wertvollen Baustein der pädagogischen Arbeit. Denn die zentrale Frage des Tages bleibt auch nach dem Ende: „Was können wir selbst dazu beitragen, dass Demokratie, Respekt und ein verantwortungsvolles Miteinander erhalten bleiben?“

Kontakt
Steven Wadulla
Koordinator
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