PuSch Klasse besucht Gedenkstätte in Stadtallendorf
Das Dokumentations- und Informationszentrum „DIZ“ in Stadtallendorf ist die älteste Gedenkstätte zum Thema Krieg und Zwangsarbeit in der NS-Zeit.
Die PuSch-Klasse 9 der Hinterlandschule besuchte am 26. März 2026 die Gedenkstätte und gewann dabei tiefgehende Eindrücke. Im Vorfeld war das Thema „Nationalsozialismus und Zwangsarbeit“ bereits im Unterricht behandelt worden.
Ein herzliches Dankeschön gilt dem Ausstellungsleiter Dr. Probst für die eindrucksvolle und lebendige Führung durch die geschichtlichen Hintergründe.
Das Stadtgebiet von Stadtallendorf war während der Kriegsjahre Standort der größten Munitionsfabrik Europas. Auf dem Gelände befanden sich zahlreiche Unterkünfte, Produktionsgebäude und Bunkeranlagen. Die Entwicklung zu einer Kleinstadt ist in Deutschland einzigartig und bis heute auch durch die Nachfolgegenerationen der Zwangsarbeiter geprägt.
Im unscheinbaren Gebäude des Standesamtes befindet sich eine Dauerausstellung mit vielen Materialien und originalen Dokumenten. An verschiedenen wandgroßen Bildern und Modellen wird die damalige Situation der Bevölkerung realistisch und anschaulich dargestellt.
Die Schülerinnen und Schüler erhielten Einblicke darin, wie viele verschiedene Nationalitäten als Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter beschäftigt waren und unter welch unwürdigen Bedingungen sie untergebracht wurden und arbeiten mussten.
„Man hat gemerkt, das Thema war plötzlich klarer und greifbarer“, so PuSch-Coach Frank Rütten.
Anschließende Stadterkundung
Während der anschließenden Erkundungstour durch Stadtallendorf konnten bei genauem Hinsehen noch viele Gebäude aus der damaligen Zeit erkannt werden, darunter ehemalige Munitionsfabriken und Bunkeranlagen. Gerade die Bunker ließen sich an drei typischen Merkmalen eindeutig erkennen: der Konstruktionsweise mit Säulen, den Flachdächern und der Bepflanzung auf den Dächern, die über die Jahrzehnte hinweg erhalten geblieben ist.
Anhand dieser Merkmale konnten selbst stark umgebaute Bunker identifiziert werden — selbst dann, wenn sie heute, wie bei der ehemaligen Wache 2, zu einem aufgestockten Einfamilienhaus umgebaut wurden.
„Unsere PuSch-Schülerinnen und -Schüler waren wirklich beeindruckt davon, auch mehr als sieben Jahrzehnte später noch Überbleibsel der Geschichte der Zwangsarbeit sehen zu können.“
„Beim nächsten Mal werden wir uns mehr Zeit nehmen“, so der Tenor aller begleitenden PuSch-Lehrkräfte und Coaches.

