PUSCH entdeckt die Welt der Chemie live | Ein Blick ins echte Werk
Groß-Gerau | Am 30. April 2026 fuhren die Schülerinnen und Schüler der Johannes-Gutenberg-Schule Gernsheim gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer und der PUSCH-Coachin mit dem Zug zur Firma Nalco Deutschland Manufacturing GmbH in Biebesheim.
Frau Alexandra Hary, Plant Manager & Managing Director, begrüßte die Gruppe vor Ort. Nach einer detaillierten Sicherheitsunterweisung - erhielten alle Schutzkleidung: Helm, Schutzbrille und Warnjacke. Im gesamten Werk galten strenge Sicherheitsregeln – es durfte nur auf grün markierten Wegen gelaufen werden, Fotos waren verboten und Handys sowie Taschen mussten im Schulungsraum verbleiben.

Die Schülerinnen und Schüler erhielten spannende Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche des Unternehmens. Dazu gehören die Produktion von Produkten zum Einsparen, Schützen und Wiederaufbereiten von Wasser, die Herstellung von Reinigungsprodukten für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie und weitere Maßnahmen zum Naturschutz sowie Lösungen zur Wassereinsparung, z.B. in großen Rechenzentren.
Große Kessel, echte Prozesse – so entsteht Chemie
Zu Beginn der Führung wurden die großen Produktionskessel gezeigt und erklärt, wie wichtig die einzelnen Anlagen im Produktionsprozess sind. Dort werden je nach Auftrag unterschiedliche Produkte hergestellt. Jeder Mitarbeiter ist für seinen eigenen Kessel verantwortlich. Die Kessel fassen bis zu 20 Tonnen. Die Zugabe der Rohstoffe erfolgt teilweise manuell oder über Rohrsysteme.
Anschließend zeigte Herr Ripp die Kläranlage des Werks. Dort werden täglich etwa 600 Kubikmeter Wasser aus der Produktion gereinigt. Es handelt sich dabei ausschließlich um Produktionswasser und nicht um Abwasser aus den Sanitärbereichen. In diesem Zusammenhang wurde den Schülerinnen und Schülern in einem Becherglas anschaulich gezeigt, wie Polymere bei der Reinigung und Wiederaufbereitung des Abwassers eingesetzt werden. In den großen Anlagen ist dieser chemische Prozess normalerweise nicht sichtbar, weshalb die Vorführung besonders interessant war. Obwohl dieses Thema im Unterricht der PUSCH-Klasse nicht behandelt wird, war es für viele ein erster spannender Kontakt mit chemischen Prozessen und nachhaltigem Arbeiten in der Praxis.
Logistik und Schichtarbeit: So läuft der Alltag im Werk
Ein weiterer wichtiger Bereich war die Logistik. Herr Grigo, der Teamleiter, erklärte seinen Arbeitsalltag und zeigte, wie vielfältig die Aufgaben sind. Anhand sogenannter „Pick“-Listen werden die Waren kommissioniert und für den Versand vorbereitet. Herr Grigo teilt seine Team-Mitglieder so ein, dass die Bereiche Wareneingang, Hochregallager und - Bereitstellung ausreichend besetzt sind.
Je nach Abteilung wird im Zwei- oder Drei-Schicht-System gearbeitet. Die Produktion läuft rund um die Uhr in drei Schichten, während andere Bereiche, wie die Logsitik, in zwei Schichten arbeiten. Die Frühschicht arbeitet von ca 06 bis 14 Uhr und die Spätschicht von 14 bis 22 Uhr.

Im Betrieb arbeiten verschiedene Berufsgruppen eng zusammen. Chemikanten steuern und überwachen die Produktion direkt an den Anlagen. Ingenieure planen und verbessern technische Prozesse und Anlagen. In der Logistik kümmern sich Fachkräfte um Lagerung und Versand. Außerdem sind Mechaniker und Elektriker für Wartung und Reparaturen zuständig sowie Mitarbeitende im Büro für Organisation und Verwaltung.
Fazit – Ein Tag voller echter Einblicke
Die Betriebsbesichtigung war für die PUSCH-Klasse eine spannende und abwechslungsreiche Erfahrung. Sie zeigte eindrucksvoll, wie ein moderner Chemiebetrieb funktioniert und wie wichtig Sicherheit, Umweltbewusstsein und Teamarbeit sind..
Besonders beeindruckend war außerdem zu erfahren, dass Ecolab beziehungsweise Nalco Water weltweit tätig ist. In verschiedenen Regionen der Welt werden Projekte zur Wasseraufbereitung umgesetzt, damit Wasser nachhaltig genutzt und für Menschen verfügbar gemacht werden kann. Dadurch wurde deutlich, wie wichtig moderne Technologien zur Wasseraufbereitung und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen weltweit sind.
PUSCH steht für Praxis und Schule. Das von der EU und dem Land Hessen finanzierte Projekt wird vom Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V. in Kooperation mit verschiedenen Schulen in ganz Hessen umgesetzt. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler deren Abschlussprognose nach der achten Klasse nicht sehr vielversprechend ist. Neben dem schulischen Ziel des Hauptschulabschlusses steht auch die Regelung einer Anschlussperspektive im Vordergrund.
