BWHW stärkt den Übergang von der medizinischen in die berufliche Rehabilitation
Mit einer gezielten Ansprache von Kliniken und Sozialdiensten baut das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. (BWHW) die Vernetzung zwischen medizinischer und beruflicher Rehabilitation weiter aus.
Die gesundheitliche Stabilisierung ist für viele Menschen ein wichtiger Schritt zurück ins Arbeitsleben. Wenn sich bereits während einer medizinischen Rehabilitation abzeichnet, dass eine Rückkehr in die bisherige Tätigkeit nicht oder nur eingeschränkt möglich sein wird, stellt sich jedoch schnell die Frage nach der beruflichen Perspektive. Genau an dieser Schnittstelle setzt das BWHW an.
Das Bildungswerk hat deshalb einen gemeinsamen Ansatz zur gezielten Ansprache von Kliniken, Tageskliniken, ambulanten Rehabilitationseinrichtungen und weiteren medizinischen Einrichtungen entwickelt. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die dort tätigen Sozialdienste und Beratungsfachkräfte. Sie begleiten Patientinnen und Patienten bereits während der medizinischen Rehabilitation und können frühzeitig auf weiterführende Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam machen.
Für die Klinikansprache wurden Mitarbeitende aus verschiedenen Regionen des BWHW in Vertriebsteams zusammengeführt und vorbereitet. In einem gemeinsamen Workshop setzten sie sich intensiv mit den Reha-Angeboten auseinander und entwickelten eine abgestimmte Vorgehensweise für die Kontaktaufnahme. Eine speziell für Kliniken und Sozialdienste entwickelte Reha-Broschüre, regional strukturierte Klinikverteiler und feste Ansprechmöglichkeiten unterstützen die Teams bei ihrer Arbeit.
Nach einer ersten telefonischen oder schriftlichen Kontaktaufnahme folgen je nach Interesse persönliche oder virtuelle Vorstellungstermine. Dabei steht nicht eine einzelne Maßnahme im Vordergrund, sondern eine verlässliche Orientierung: Welche Möglichkeiten bietet die berufliche Rehabilitation? Für wen kommen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben infrage? Welche wohnortnahen Angebote stehen zur Verfügung? Und wie kann der Übergang von der medizinischen in die berufliche Rehabilitation gut vorbereitet werden?
Die Entscheidung über eine konkrete Leistung liegt weiterhin beim zuständigen Rehabilitationsträger. Kliniken und Sozialdienste können jedoch dazu beitragen, dass berufliche Fragestellungen frühzeitig aufgegriffen, bestehende Zugangswege bekannt gemacht und geeignete Unterstützungsangebote in den Blick genommen werden. So lassen sich längere Unterbrechungen zwischen medizinischer und beruflicher Rehabilitation möglichst vermeiden.
Die bisherigen Gespräche zeigen, dass die Vielfalt der beruflichen Reha-Angebote des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft in den Einrichtungen noch nicht überall bekannt war. Zugleich besteht ein deutliches Interesse an regionalen Ansprechpersonen und der Möglichkeit, sich bereits während der medizinischen Rehabilitation zu geeigneten Anschlussangeboten auszutauschen.
Die Klinikansprache ist daher nicht als einmalige Aktion angelegt. Aufgebaute Kontakte werden weiter gepflegt, die Aktivitäten regelmäßig ausgewertet und Rückmeldungen aus den Einrichtungen für die Weiterentwicklung der Angebote genutzt. So entsteht schrittweise ein belastbares Netzwerk zwischen medizinischer und beruflicher Rehabilitation.
Das Ziel ist klar: Menschen mit Unterstützungsbedarf sollen frühzeitig erfahren, welche beruflichen Perspektiven und Hilfen ihnen offenstehen. Gleichzeitig stärkt das BWHW seine regionale Vernetzung und schafft die Voraussetzungen dafür, noch mehr Menschen auf ihrem Weg zurück in das Arbeitsleben zu erreichen.