Berufsqualifizierende Sprachförderung - Ich lese, schreibe, höre und spreche
Im Rahmen des Projekts „Berufsqualifizierende Sprachförderung Plus“ [BQS+] wird der sprachkursbezogene Unterricht in Hofheim an den unterschiedlichen Sprachniveaus der Teilnehmenden ausgerichtet. Ziel ist die kontinuierliche Förderung der vier Fertigkeiten Lesen, Schreiben, Hören und Sprechen im gesamten Kursverlauf.
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit ist der Einsatz von Partner- und Peer-Learning-Formaten. Die Teilnehmenden arbeiten regelmäßig in Zweierkonstellationen, die bewusst heterogen zusammengestellt werden. Dabei werden leistungsstärkere und leistungsschwächere Teilnehmende miteinander kombiniert, um gegenseitige Unterstützung und kooperatives Lernen zu ermöglichen. Die Partnerzusammensetzungen werden regelmäßig gewechselt, um unterschiedliche Kommunikationssituationen und Lernzugänge zu fördern.
Der Bereich Lesen wird dabei gezielt im Unterricht aufgegriffen und durch verschiedene Übungen unterstützt. Hierzu gehört auch das regelmäßige laute Lesen, um Leseflüssigkeit, Aussprache und Textverständnis zu stärken. Ergänzend werden individuelle Zielvereinbarungen getroffen, insbesondere in Form von wöchentlichen Leseaufgaben, die niveaugerecht angepasst und verbindlich nachgehalten werden. Durch diese Kombination aus differenzierter Förderung, kooperativen Lernformen und individuellen Aufgaben wird eine kontinuierliche sprachliche Entwicklung der Teilnehmenden unterstützt.
Auf dieser Basis wird die Sprachförderung gleichfalls in Kombination mit Fachunterricht durchgeführt. In Hofheim ist es das Bewerbungstraining mit z.B. den Themen Stellenausschreibungen verstehen, bezugnehmende Bewerbungen, Fachbegriffe aus unterschiedlichen Berufsfeldern erkennen und verstehen sowie die Erklärung von berufsbezogenen Tätigkeiten.
- Wer isst Olivenöl mit Besteck?
- Was ist ein Ölwechsel, was ein Blumenstrauß, ein Schraubenzieher oder eine Videokonferenz? Oder: Deckt man einen Tisch mit Besteck ein?
Viele Ausbildungssuchende mit Sprachförderbedarf verstehen Stellenausschreibungen nicht. Und wiederum kennen viele Auszubildende kein oder kaum Fachvokabular, wenn sie ihre Ausbildung beginnen.
„Berufsqualifizierende Sprachförderung“ heißen die Zauberworte, die Licht in das Dunkel des deutschen Sprachdschungels bringen. In Hofheim wird dieser spezielle Unterricht seit 2024 umgesetzt.
Die Prüfung durch die Hessische Agentur für berufsqualifizierende Sprache (HABS) wurde bereits letzten August 2025 erfolgreich für den verantwortlichen Lehrkräften Frau Akgöl und Frau Rehn-Hartmann bestanden - das Thema „Fremdwörter und Redewendungen in Stellenausschreibungen“ als Unterrichts-Szenario vorgestellt.
In von den Lehrkräften entwickelten Stellenausschreibungen für die Berufsbilder „Florist*in, Kfz-Mechatroniker*in und Kaufleute für Büromanagement“ wurden fachliche Begriffe und typisch-deutsche Redewendungen gezielt integriert. Danach setzten sich die Teilnehmenden in Gruppenarbeit mit ihnen unbekannten Worten aktiv auseinander. Unter Anleitung diskutierten sie, suchten Synonyme, erklärten Bedeutungen und sammelten plausible Beispiele aus dem Arbeitsleben. Abschließend fertigten die Gruppen eigene Plakate an – mit klarer Sprache, einfachen Satzstrukturen und gezeichneten Bildern. Ziel: Eine Stellenausschreibung, die auch Menschen mit Sprachförderbedarf anspricht und motiviert. Statt nur fachlicher Terminologie lag der Fokus auch darauf, gebräuchliche Redewendungen in verständliche, praktikable Sprachbausteine zu übersetzen.
Beispiele: „Durch die Blume sagen“, „Den Job an den Nagel hängen“ oder „Mit Leib und Seele bei der Arbeit sein“. Aber auch Fachbegriffe, wie „Kühlmittelkreislauf“, „Lackierbereich“ oder „Büroorganisation“ wurden aufgegriffen, erklärt und in einfache Sätze gegossen.
Zudem wurden praxisnahe Bewerbungstexte unter die Lupe genommen. Die Teilnehmenden erarbeiteten Formulierungen, die in echten Jobanzeigen vorkommen, inklusive Anforderungen, Aufgaben und Benefits – aber mit verständlicher Sprache.
Die Teilnehmenden haben viel gelernt:
- Wortsinn klären: Bedeutungen klären, Wortfamilien erkennen, Umgang mit Fremdwörtern üben.
- Redewendungen adaptieren: Schwierige Redewendungen wurden in klare, wörtliche Beschreibungen umformuliert.
- Bildhafte Sprache nutzen: Bilder statt komplizierter Ausdrücke schaffen Verständnis und fördern Motivation.
- Kooperative Sprache: Gruppenarbeit stärkte gemeinsames Problemlösen, aktives Zuhören und Feedback geben.


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