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Hürden überwinden beim Lesen und Schreiben

IMGP1356Breining Abdul Hadi

Darmstadt Beim Lesen von Verträgen, bei der Planung des täglichen Einkaufs oder bei den Anforderungen am Arbeitsplatz zeigen sich für viele Menschen jeden Tag neue Hürden. Oftmals können diese nur mit Hilfe von helfenden Menschen überwunden werden, die aus dem Kreis der Familie, Freunden, Arbeitskollegen oder Unterstützungsangeboten stammen.

Dies konnten Unterrichtende aus Grundbildungsangeboten der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg bei der 2. Konferenz für Alphabetisierung und Grundbildung im Hessischen Landesmuseum Darmstadt am Dienstag, den 1. November 2016, die unter dem Motto „Perspektiven- und Praxisvielfalt von Alphabetisierung und Grundbildung“ stand, berichten.

Das Grundbildungszentrum (GBZ) unterstützt dabei, bestehende Angebote der Alphabetisierung und Grundbildung auszuweiten und neue Angebote bedarfsgerecht zu etablieren. Alles im Sinne der Menschen, die ihre Grundbildung verbessern wollen, um eine bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erlangen. Neue Personenkreise zu erschließen gehört ebenso zu den Aufgaben, wie vermehrt Teilnehmende in bestehende Angebote zu begleiten.

„Grundbildung ist unerlässlich für eine gesellschaftliche Teilhabe und die Wahrnehmung von Bürgerrechten“, so Christel Fleischmann, Erster Kreisbeigeordneter und Dezernent für Schule, Bauen, Umwelt und ÖPNV. „Sie umfasst vor allem Lesen und Schreiben, aber auch der der Umgang mit (neuen) Medien oder die Beherrschung von Grundrechenarten gehören dazu, wie auch das Wissen um bestimmte rechtliche Dinge. Das Grundbildungszentrum wird die Öffentlichkeit für das immer noch tabuisierte Thema sensibilisieren. Es wird aber auch neue Formate entwickeln, um mehr Menschen zu erreichen. Die beiden Volkshochschulen des Landkreises und der Stadt Darmstadt sind dabei wichtige und erfahrene Partner.“

Über diese Lernstätten im Bereich von Grundbildung hinaus sollen auch andere Bildungsakteure angesprochen werden. Ein Schwerpunkt des GBZ liegt in der Schaffung, Einführung und dem Ausbau nachhaltiger Strukturen zur Kooperation von Akteuren und Angeboten in der Bildungsregion.

„Das Grundbildungszentrum für die Bildungsregion Darmstadt & Darmstadt-Dieburg ist ein wichtiger Baustein in der Entwicklung einer gelingenden Bildungslandschaft für die Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg“ so Barbara Akdeniz, Sozialdezernentin der Wissenschaftsstadt Darmstadt. „Ich freue mich sehr über die Entscheidung des Hessischen Kultusministeriums, eines der fünf neuen GBZ für unsere Bildungsregion ausgewählt zu haben. Miteinander und in guter Kooperation Menschen, die für eine gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe nicht ausreichend lesen, schreiben und rechnen können, leichte Zugänge zu Angeboten des Erwerbs grundlegender Kompetenzen zu ermöglichen, ist eine unserer zentralen Aufgaben. Grundbildung zu besitzen bedeutet mehr als lesen und schreiben zu können: Politische, finanzielle, gesundheitliche Grundbildung, oder auch die Nutzung von Computern, dem Internet und anderen digitalen Medien sind weitere Aspekte grundlegender Kompetenzen, die in unserer Gesellschaft für eine gelingende Teilhabe vonnöten sind. Es gilt den Menschen unserer Region gute Zugänge zu Bildungschancen zu ermöglichen.“

Dirk Widuch, Leiter der Rechtsabteilung, Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V., Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen, die seit 2012 mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt eine Absichtserklärung zum „Bündnis für Grundbildung“ formuliert haben, stimmt darin überein: „Nachdem wir bereits vor 5 Jahren eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Förderung von Grundbildung als Voraussetzung von Beschäftigungsfähigkeit mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt verfasst haben, sehen wir das Grundbildungszentrum als wichtige Einrichtung zur Umsetzung dieser Ziele in unserer Bildungsregion. Zugleich unterstützen wir als Unternehmerverband die nationale Strategie mit ihren beschäftigungs- und betriebsgezogenen Projekten“.

Zu der 2. Konferenz begrüßte Dr. Lutz Fichtner, Leitung Bildung und Vermittlung, im Namen des Hessischen Landesmuseums Darmstadt 70 interessierte Gäste aus der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg. Erste Kooperationen mit Kommunen und Bildungseinrichtungen zum Abbau der Hürden sind für 2017 verabredet worden.

Bildnachweis: Fotos von © Nic Naethe / BWHW November 2016

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Letzte Änderung: 03.11.2016, 12:24 Uhr


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