Praxisorientierte Hauptschule

Seit Januar 2012 ist das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. Träger der „Praxisorientierten Hauptschule“ [PoHS] im Hauptschulzweig der Ludwig-Richter-Schule in Frankfurt-Eschersheim.

Das Angebot der "Praxisorientierten Hauptschule" stellt eine Erweiterung des regulären Angebots zur Berufsvorbereitung der Ludwig-Richter-Schule dar. Im Rahmen verschiedener Unterrichtsangebote sowie freiwilliger AGs ist je ein motivierter und engagierter Handwerker und Künstler in den Schulalltag eingebunden. Sie vermitteln den Schülerinnen und Schülern Praxisimpulse, indem sie gemeinsam mit ihnen an ausgewählten, praxisbezogenen Projekten arbeiten und sie zunächst in einem geschützten Rahmen mit Anforderungen der beruflichen Praxis konfrontieren.

Zielgruppe

Die Angebote richten sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 - 9 und werden von zwei Mitarbeitern des Bildungswerkes mit großem Engagement geplant und durchgeführt. Diese sind kontinuierlich vor Ort an der Schule tätig und arbeiten mit den Lehrerinnen und Lehrern auf einer verbindlich vereinbarten und gleichberechtigten Basis zusammen.

Ziele

Im Vordergrund des Programms steht die Gewährleistung der Bildungspartizipation benachteiligter Schülerinnen und Schüler und damit die Erhöhung der Anzahl der Schüler, die die Schule mit einem Abschluss verlassen, sowie die Verbesserung ihrer Chancen beim Übergang in den Beruf. Ziel ist es, sowohl die Motivation als auch Lernfähigkeit und –freude der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Darüber hinaus sollen die praktischen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler erhöht und Basisqualifikationen zur beruflichen Orientierung vermittelt werden.

Inhalte & Leistungen

Professionelle Unterrichtsbegleitung im Praxisschwerpunkt Lernwerkstatt in den Bereichen Holz und Kunst/Gestaltung in den Klassenstufen 7-9

  • In einem ersten Schritt geht es darum, dass die Schülerinnen und Schüler individuelle Stärken und Potentiale durch praktisches Tun erfahren. Sie erhalten die Möglichkeit, in verschiedenen Projekten Dinge auszuprobieren und dabei ihren persönlichen Horizont zu erweitern. Durch individuelle Rückmeldungen der Praktiker sowie beteiligter Lehrkräfte sollen die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, ihre Begabungen auf ihre berufliche Verwertbarkeit hin einzuordnen [„Was kann ich und wo ist diese Fähigkeit erforderlich?“]. Ein weiteres Ziel ist die Vermittlung beruflicher Basiskompetenzen und eine Unterstützung bei der beruflichen Orientierung.
  • Parallel dazu besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Schulleitung und den Mitarbeiterinnen des Jugendhilfeprogramms.
  • In Klasse 7: Mitwirkung bei der Kompetenzfeststellung, eingebettet in das Gesamtkonzept der Ludwig-Richter-Schule. Ergänzend zu KomPo7, das an der Ludwig-Richter Schule eingesetzt wird, finden in diesem Jahrgang praktische Erprobungen in den ausgewählten Bereichen statt. Die Ergebnisse werden mit den Schülerinnen und Schülern besprochen und fließen in den Förderplan ein.

Praxisorientierte Angebote/Lernwerkstatt am Nachmittag -Arbeitsgemeinschaften [AGs], Wahlpflichtunterricht [WPU] für alle Klassenstufen in der beiden Fachbereichen

  • Lernwerkstatt Holz
  • Lernwerkstatt Kunst/Gestaltung

Übergang von Schule und Beruf in den Klassenstufen 9

  • Durch den regelmäßigen Kontakt und die Arbeit mit Praktikern, sollen die Jugendlichen an die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt herangeführt werden und ihre Ausbildungsreife gefördert werden. Im Rahmen der Projekte werden u.a. die im Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife benannten Merkmale des Arbeits- und Sozialverhaltens wie: Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Leistungsbereitschaft, Selbstorganisation, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein trainiert.
  • Ergänzung des Bewerbungstrainings der "Jugendhilfe" durch zusätzliches Training des sprachlichen Anteils bei der Vorbereitung auf Telefon- und Vorstellungsgespräche sowie Einstellungstests der Schülerinnen und Schüler durch einen Mitarbeiter der "Praxisorientierten Hauptschule".

Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache durch
praxisorientierte Projekte in der "Intensiv-Klasse" der Sammel-Stufen 6-9

  • Hier erhalten die Schülerinnen und Schüler Rückmeldungen von „Praktikern“, die einen anderen Blick auf ihre Fertigkeiten und Kompetenzen richten, als die Lehrerinnen und Lehrer im alltäglichen Schulgeschehen. Hierdurch können auch Schülerinnen und Schüler, die mit Schule eher negative Erfahrungen verbinden, Erfolgserlebnisse durch ihr praktisches Handeln erfahren. Durch diese positiven Erfahrungen sollen die Schülerinnen und Schüler motiviert werden, sich auch stärker im „normalen“ Schulalltag einzubringen. 
  • Vermittlung sozialer Schlüsselkompetenzen und Stärkung der Klassengemeinschaft.

Lernferien und Praxisangebote/Lernwerkstatt im Rahmen der Projektprüfungswoche

  • Planung und Durchführung von Praxisangeboten/Lernwerkstatt in den Lernferien: Je eine Woche in den Oster- und Herbstferien in Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen der "Jugendhilfe" durch sozialpädagogische Begleitung.
  • Für die Klassen 9 wird,  während der regulären Schulzeit in den beiden Bereichen, je ein ganzwöchiges Praxisangebot/Lernwerkstatt im Rahmen der Projektprüfungswochen angeboten und durchgeführt. Diese beinhalteten die Planungs-, Durchführungs- und Präsentations-, d.h. Prüfungsphase als Bestandteil des bevorstehenden Hauptschulabschlusses.

Elternarbeit

  • Beratungsgespräche im Rahmen des Elternsprechtages 
  • Öffentlichkeitsarbeit [Tag der offenen Tür, Elternsprechtag] in Form von Projektpräsentationen

Förderung

Für die finanzielle Förderung ist das Stadtschulamt der Stadt Frankfurt zuständig.

Kontakt

Nannette Pieroth
Berliner Straße 206
63067 Offenbach
T: 069 9855946-15
F: 069 800525-47

E: