Grundbildung für alle: Neue Chancen für Teilhabe und Arbeit
Die Zwischenbilanz des Alphabetisierungs- und Grundbildungsprojektes „Chancen erarbeiten“ stieß bei rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Bildungsträgern auf großes Interesse.
Fachtagung am 11. November 2010 in Köln
Veranstaltet wurde der Fachtag von den Partnern des Verbundprojektes „Chancen erarbeiten“, dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln, dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, Regionalbüro Darmstadt, dem Bundesverband für Alphabetisierung und Grundbildung, der Universität Bielefeld und der Universität Duisburg Essen. Moderatorin war Dr. Cornelia Seitz, Forschungsstelle des BWHW.
Betriebliche Veränderungen und Umstrukturierungsmaßnahmen haben häufig negative Folgen besonders für gering qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aufgrund ihrer eingeschränkten Einsetzbarkeit sind sie bei notwendigen Umstrukturierungsmaßnahmen am ehesten von Entlassungen betroffen. Mangelnde Grundbildung, wie Schreib-, Lese- und Rechenfähigkeit, fehlende Erfahrung im Umgang mit dem Computer erschweren die Übernahme verantwortlicher umfassenderer Arbeitsaufgaben. Auch viele Jugendliche am Ende der Schulzeit schaffen den Übergang von der Schule in den Beruf nicht aufgrund mangelnder Schriftsprach-Kompetenz und Grundbildung.
Hier setzt das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft als Kooperationspartner des Verbundprojektes „Chancen erarbeiten“ an. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und zielt darauf ab, die Teilhabe am Arbeitsmarkt gering qualifizierter Jugendlicher und Erwachsener zu verbessern und Weiterbildungsträgern und Unternehmen entsprechende Konzepte zur Verfügung zu stellen.
Als Praxispartner im Verbund entwickelt und erprobt das bwhw gegenwärtig mit ca. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter zwischen 16 und 58 Jahren aus 11 Herkunftsländern Lese-, Schreib- und Rechenwerkstätten in einem Unternehmen, in Räumen der Jugendwerkstatt Eberstadt und im Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft in Darmstadt, Dieburg, Michelstadt, Groß Gerau.
Rolf Klatta, Leiter des Regionalbüros Darmstadt des BWHW stellte die Ergebnisse und Erfahrungen aus den Lese-, Schreib- und Rechenwerkstätten den Veranstaltungsteilnehmerinnen und Teilnehmern vor. Verwendete Unterrichtsmaterialien und entwickelte Produkte konnten in gesonderten Räumen betrachtet werden und gleichzeitig Erfahrungen mit den Projektmitarbeiterinnen und Mitarbeiten ausgetauscht werden.
Mit Begeisterung und stürmischem Applaus wurde der von Markus Zimmermann, RB Groß Gerau, Veith Delaveaux, Isabelle Fichtner und Koray Tosun entwickelte Alpha Rap „Abgeschrieben“ vom Publikum aufgenommen.